Gemeindewappen
Staudernheim

anerkannter Erholungsort an der mittleren Nahe

Wappen und Geschichte

Das Wappen der Gemeinde Staudernheim war während der Feudalzeit bis um 1800 ein Lehen der Rheingrafen, zuletzt ein Kondominium zwischen der Wild- und Rheingrafschaft (Linie Salm-Kyrburg) und der Reichsritterschaft von Steinkallenfels bis 1778. Die Rheingrafen (von Stein) führten in Schwarz einen herschauenden silbernen Löwen. Dieses historische Wappenbild kehrt im oberen Schildteil des Staudernheimer Wappens wieder. Im unteren Schildteil steht das geminderte Wappen der Grafen von Salm (Obersalm). Neben 2 abgekehrten aufrechten Salmen war ihr roter Schild mit goldenen Widerkreuzchen bestreut. Eines dieser Widerkreuze ist im unteren Schild aufgenommen mit der gleichen Tingierung wie im Salm'schen Wappen. Genehmigungsurkunde vom 20.März 1980.

Geschichte von Staudernheim. Das Dorf wurde wahrscheinlich im 6. Jahrhundert von den Franken neu gegründet. Es lag in der Grundherrschaft des Mainzer Erzbischofs, die Odernheim, Staudernheim, Sobernheim und einige weitere kleine Siedlungen umfasste und auf dem Disibodenberg bis 1239/40 ihren Sitz hatte. Im Jahre 1107 tauchte der Ortsname erstmals auf. 1128 und 1146 wird es Studernheim genannt. Bis zur Aufhebung des Klosters war die Geschichte des Dorfes eng mit der des Klosters verbunden. Um 1200 besaßen die Rheingrafen, die spätere Ortsherrschaft, hier einen Hof. Schon 1265 wird eine erste Brücke über die Nahe genannt. Die südliche Hälfte von Oberstreit gehörte mindestens seit 1305 zu Staudernheim. Erst im Jahre 1342 wurde die Kirche, bisher Filiale von Sobernheim, der Pfarrkirche St. Nikolaus auf dem Disibodenberg zugeteilt. Aus dem 15. Jahrhundert zeigt das älteste erhaltene Gerichtssiegel den Hl. Laurentius als Ortsheiligen. Im Jahre 1515 wird ein Schultheiß als Ortsoberhaupt genannt. Nach 1550 bildete sich hier eine lutherische Pfarrei, wiederum mit Oberstreit. Auf nicht nachweisbarem Wege gelangte die Ortsherrschaft bis 1601 zu 3/8 an die Ritter von Steinkallenfels und 1778 an die Vögte von Hunolstein als deren Erben; nur 5/8 besaßen die Wild- und Rheingrafen. Nach dem 30-jährigen Krieg entstand eine katholische Kirchengemeinde. Fürst Johann Dominik von Kirburg unterstellt sie 1763 dem Kirner Piaristenkolleg und ließ in den Jahren 1768/ 1770 die katholische Kirche Johann Baptist durch Johann Thomas Petri erbauen, daneben ein Pfarrhaus. Die Franzosen schufen eine neue Verwaltung. Sie teilten Staudernheim im Januar 1798 der neuen Mairie Meddersheim zu. 1816 kam das Dorf an Hessen-Homburg. 1866 an Preußen, 1869 zur neuen Bürgermeisterei Meddersheim und 1935/40 zu Sobernheim. Hart traf die Einwohner die Tatsache, dass die Nahe und die Gemarkungsgrenze gegen Odernheim hin von 1816 bis 1834 zugleich Staats- und Zollgrenze waren. In den Jahren 1846 bis 1850 trat die steinerne Landgrafenbrücke an die Stelle der alten Naheüberführung. 1859 begann auch hier das Eisenbahn-zeitalter, erst recht, als ab 1896 die Glantalbahn bis hierher fuhr, die so genannte Strategische Bahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging, wie überall, die bis dahin vorherrschende Landwirtschaft zurück; Staudernheim ist heute mehr ein Wohnort, aus dem täglich viele Bürger an andere Orte zur Arbeit fahren. Mit Erfolg bemüht man sich um Fremdenverkehr.